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14469 Pots­dam
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Steuerberater Olaf Dudzus

All­ge­mei­ne Auf­trags­be­din­gun­gen

für Steu­er­be­ra­ter, Steu­er­be­voll­mäch­tig­te und Steu­er­be­ra­tungs­ge­sell­schaf­ten
Stand: Janu­ar 2025

Die fol­gen­den „All­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen“ gel­ten für Ver­trä­ge¹ zwi­schen Steu­er­be­ra­tern², Steu­er­be­voll­mäch­tig­ten und Steu­er­be­ra­tungs­ge­sell­schaf­ten (im Fol­gen­den „Steu­er­be­ra­ter“ genannt) und ihren Auf­trag­ge­bern, soweit nicht etwas ande­res aus­drück­lich in Text­form ver­ein­bart oder gesetz­lich zwin­gend vor­ge­schrie­ben ist.

1. Umfang und Aus­füh­rung des Auf­trags
(1) Für den Umfang der vom Steu­er­be­ra­ter zu erbrin­gen­den Lei­stun­gen ist der erteil­te Auf­trag maß­ge­bend. Der Auf­trag wird nach den Grund­sät­zen ord­nungs­ge­mä­ßer Berufs­aus­übung unter Beach­tung der ein­schlä­gi­gen berufs­recht­li­chen Nor­men und der Berufs­pflich­ten (vgl. StBerG, BOStB) aus­ge­führt.
(2) Die Berück­sich­ti­gung aus­län­di­schen Rechts bedarf einer aus­drück­li­chen Ver­ein­ba­rung in Text­form.
(3) Ändert sich die Rechts­la­ge nach abschlie­ßen­der Erle­di­gung einer Ange­le­gen­heit, so ist der Steu­er­be­ra­ter nicht ver­pflich­tet, den Auf­trag­ge­ber auf die Ände­rung oder die sich dar­aus erge­ben­den Fol­gen hin­zu­wei­sen.
(4) Die Prü­fung der Rich­tig­keit, Voll­stän­dig­keit und Ord­nungs­mä­ßig­keit der dem Steu­er­be­ra­ter über­ge­be­nen Unter­la­gen und Zah­len, ins­be­son­de­re der Buch­füh­rung und Bilanz, gehört nur zum Auf­trag, wenn dies in Text­form ver­ein­bart ist. Der Steu­er­be­ra­ter wird die vom Auf­trag­ge­ber gemach­ten Anga­ben, ins­be­son­de­re Zah­len­an­ga­ben, als rich­tig zu Grun­de legen. Soweit er offen­sicht­li­che Unrich­tig­kei­ten fest­stellt, wird er den Auf­trag­ge­ber dar­auf hin­wei­sen.
(5) Der Auf­trag stellt kei­ne Voll­macht für die Ver­tre­tung vor Behör­den, Gerich­ten und son­sti­gen Stel­len dar. Die­se ist geson­dert zu ertei­len. Ist wegen der Abwe­sen­heit des Auf­trag­ge­bers eine Abstim­mung mit die­sem über die Ein­le­gung von Rechts­be­hel­fen oder Rechts­mit­teln nicht mög­lich, ist der Steu­er­be­ra­ter im Zwei­fel zu frist­wah­ren­den Hand­lun­gen berech­tigt.

2. Ver­schwie­gen­heits­pflicht
(1) Der Steu­er­be­ra­ter ist nach Maß­ga­be der Geset­ze ver­pflich­tet, über alle Tat­sa­chen, die ihm im Zusam­men­hang mit der Aus­füh­rung des Auf­trags zur Kennt­nis gelan­gen, Still­schwei­gen zu bewah­ren, es sei denn, der Auf­trag­ge­ber ent­bin­det ihn von die­ser Ver­pflich­tung. Die Ver­schwie­gen­heits­pflicht besteht auch nach Been­di­gung des Ver­trags­ver­hält­nis­ses fort. Die Ver­schwie­gen­heits­pflicht besteht im glei­chen Umfang auch für die Mit­ar­bei­ter des Steu­er­be­ra­ters.
(2) Die Ver­schwie­gen­heits­pflicht besteht nicht, soweit die Offen­le­gung zur Wah­rung berech­tig­ter Inter­es­sen des Steu­er­be­ra­ters erfor­der­lich ist. Der Steu­er­be­ra­ter ist auch inso­weit von der Ver­schwie­gen­heits­pflicht ent­bun­den, als er nach den Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen sei­ner Berufs­haft­pflicht­ver­si­che­rung zur Infor­ma­ti­on und Mit­wir­kung ver­pflich­tet ist.
(3) Gesetz­li­che Aus­kunfts- und Aus­sa­ge­ver­wei­ge­rungs­rech­te nach § 102 AO, § 53 StPO und § 383 ZPO blei­ben unbe­rührt.
(4) Der Steu­er­be­ra­ter ist von der Ver­schwie­gen­heits­pflicht ent­bun­den, soweit dies zur Bestel­lung eines all­ge­mei­nen Ver­tre­ters (§ 69 StBerG) oder zur Durch­füh­rung eines Zer­ti­fi­zie­rungs­au­dits in der Kanz­lei des Steu­er­be­ra­ters erfor­der­lich ist und die inso­weit täti­gen Per­so­nen ihrer­seits über ihre Ver­schwie­gen­heits­pflicht belehrt wor­den sind. Der Auf­trag­ge­ber erklärt sich damit ein­ver­stan­den, dass durch den all­ge­mei­nen Ver­tre­ter oder den Zertifizierer/Auditor Ein­sicht in sei­ne – vom Steu­er­be­ra­ter ange­leg­te und geführ­te – Hand­ak­te genom­men wird.

3. Mit­wir­kung Drit­ter
Der Steu­er­be­ra­ter ist berech­tigt, zur Aus­füh­rung des Auf­trags Mit­ar­bei­ter und unter den Vor­aus­set­zun­gen des § 62a StBerG auch exter­ne Dienst­lei­ster (ins­be­son­de­re daten­ver­ar­bei­ten­de Unter­neh­men) her­an­zu­zie­hen. Die Betei­li­gung fach­kun­di­ger Drit­ter zur Man­dats­be­ar­bei­tung (z. B. ande­re Steu­er­be­ra­ter, Wirt­schafts­prü­fer, Rechts­an­wäl­te) bedarf der Ein­wil­li­gung und des Auf­trags des Auf­trag­ge­bers. Der Steu­er­be­ra­ter ist nicht berech­tigt und ver­pflich­tet, die­se Drit­ten ohne Auf­trag des Auf­trag­ge­bers hin­zu­zu­zie­hen.

4. Elek­tro­ni­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on, Daten­schut­z³
(1) Der Steu­er­be­ra­ter ist berech­tigt, per­so­nen­be­zo­ge­ne Daten des Auf­trag­ge­bers im Rah­men der erteil­ten Auf­trä­ge maschi­nell zu erhe­ben und in einer auto­ma­ti­sier­ten Datei zu ver­ar­bei­ten oder einem Dienst­lei­stungs­re­chen­zen­trum zur wei­te­ren Auf­trags­da­ten­ver­ar­bei­tung zu über­tra­gen.
(2) Der Steu­er­be­ra­ter ist berech­tigt, in Erfül­lung sei­ner Pflich­ten nach der DSGVO und dem Bun­des­da­ten­schutz­ge­setz einen Beauf­trag­ten für den Daten­schutz zu bestel­len. Sofern die­ser Beauf­trag­te für den Daten­schutz nicht bereits nach Ziff. 2 Abs. 1 Satz 3 der Ver­schwie­gen­heits­pflicht unter­liegt, hat der Steu­er­be­ra­ter dafür Sor­ge zu tra­gen, dass der Beauf­trag­te für den Daten­schutz sich mit Auf­nah­me sei­ner Tätig­keit zur Wah­rung des Daten­ge­heim­nis­ses ver­pflich­tet.
(3) Der Auf­trag­ge­ber wird dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Ver­wen­dung elek­tro­ni­scher Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel (E‑Mail etc.) mit Risi­ken für die Ver­trau­lich­keit der Kom­mu­ni­ka­ti­on ver­bun­den sein kann. Der Auf­trag­ge­ber stimmt der Nut­zung elek­tro­ni­scher Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel durch den Steu­er­be­ra­ter zu.

5. Män­gel­be­sei­ti­gung
(1) Bei etwa­igen Män­geln ist dem Steu­er­be­ra­ter Gele­gen­heit zur Nach­bes­se­rung zu geben.
(2) Offen­ba­re Unrich­tig­kei­ten (z. B. Schreib­feh­ler, Rechen­feh­ler) kön­nen vom Steu­er­be­ra­ter jeder­zeit, auch Drit­ten gegen­über, berich­tigt wer­den. Son­sti­ge Män­gel darf der Steu­er­be­ra­ter Drit­ten gegen­über mit Ein­wil­li­gung des Auf­trag­ge­bers berich­ti­gen. Die Ein­wil­li­gung ist nicht erfor­der­lich, wenn berech­tig­te Inter­es­sen des Steu­er­be­ra­ters den Inter­es­sen des Auf­trag­ge­bers vor­ge­hen.

¹ Bei online abge­schlos­se­nen Ver­trä­gen mit Ver­brau­chern ist der DWS-Vor­druck Nr. 1130 „Muster-Wider­rufs­be­leh­rung, Muster-Zustim­mungs­er­klä­rung und Muster-Wider­rufs­for­mu­lar für online abge­schlos­se­ne Ver­brau­cher­man­da­te“ zu beach­ten. Auf die wei­ter­füh­ren­den Hin­wei­se im DWS-Merk­blatt Nr. 1001 wird ver­wie­sen.
² Der Begriff „Steu­er­be­ra­ter“ umfasst im Fol­gen­den jeweils auch Steu­er­be­voll­mäch­tig­te.
³ Zur Ver­ar­bei­tung per­so­nen­be­zo­ge­ner Daten muss zudem eine Rechts­grund­la­ge aus Art. 6 DSGVO ein­schlä­gig sein. Der Steu­er­be­ra­ter muss außer­dem die Infor­ma­ti­ons- pflich­ten gem. Art. 13 oder 14 DSGVO durch Über­mitt­lung zusätz­li­cher Infor­ma­tio­nen erfül­len. Hier­zu sind die Hin­wei­se und Erläu­te­run­gen im DWS-Hin­weis­blatt Nr. 1007 zu den DWS-Vor­drucken Nr. 1005 „Daten­schutz­in­for­ma­tio­nen für Man­dan­ten“ und Nr. 1006 „Daten­schutz­in­for­ma­ti­on zur Ver­ar­bei­tung von Beschäf­tig­ten- daten“ zu beach­ten.